The power of sha:re - Lebensgeschichten erzählen im Dialog

From shared narratives to joint responsibility (sha:re) ist ein spezieller Ansatz für die versöhnungsorientierte Dialogarbeit in polarisierten Krisen- oder Nachkriegsgesellschaften. Er wurde in den 90er Jahren in der Arbeit mit Kriegsflüchtlingen aus dem westlichen Balkan sowie in den letzten Jahren mit ehemaligen Guerillakämpfern aus Nepal entwickelt und ist u.a. auch durch die transformative Mediation und die Dialogarbeit des israelischen Psychologen Dan Bar On mit Kindern von Holocaustopern und Nazi-Verbrechern inspiriert.

Kernmerkmal dieses Ansatzes ist es, dass Teilnehmende ermutigt werden, ihre (Lebens-)Geschichten inklusive belastender Kriegserlebnisse in einem sicheren Rahmen vor den Augen und Ohren von Vertretern des (ehemaligen) Feindes zu erzählen. Das Mitgefühl von der "anderen Seite" und die für viele Menschen in vergleichbaren Situationen überraschende Erkenntnis, dass "die anderen" häufig ganz ähnliche Formen von Leid erfahren haben, birgt eine besondere Kraft für den Aufbau von neuem Vertrauen und dem Willen, gemeinsam Verantwortung für eine bessere Zukunft zu übernehmen.

Im Workshop wird der Ansatz vorgestellt und wesentliche Elemente ausprobiert. Für mehr Info vgl.:  http://www.inmedio.de/papers/From%20Shared%20Truths_Artikel_Perspektive%20Mediation_2_2014%20klein.pdf; https://www.youtube.com/watch?v=rKrO_lc1kp8

 

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Dirk Splinter, Jahrgang 1969, seit 2001 Ausbilder für Mediation (BM, BMWA) und systemischer Organisationsberater. Ursprünglich Lebensmittelchemiker und Erziehungswissenschaftler. Geschäftsführender Gesellschafter von inmedio berlin und Lehrbeauftragter an verschiedenen Fachhochschulen.  Leitung und Dozent bei  inmedio berlin für die berufsbegleitenden Jahresausbildungen für Mediatoren, Berater und Führungskräfte sowie das auf internationale Kontexte spezialisierte Multitrack Peace Mediation Training.
Schwerpunkte: Mediation in Organisationen und Teams, Design von Konfliktmanagementsystemen, Konfliktbearbeitung und Dialog-Projekte im Kontext ethnopolitischer Konflikte u.a. Armenien, Aserbaidschan, Ägypten und Äthiopien.