Du bist schuld und wirst dafür büßen!

Über Schuld zu sprechen ist prinzipiell in der Mediation nicht erlaubt. Das ist einer der ersten Grundsätze, die wir in der Mediationsausbildung lernen. Wir reden nicht über „Schuld“, gehen nicht von „Tätern und Opfern“ aus, sondern versuchen, berechtigte Interessen und Wünsche zu verstehen… Allerdings halten sich die Medianden nicht immer daran. Sie erheben häufig Schuldvorwürfe, beteuern die eignen Unschuld, erwarten demütiges Verzeihen und sind wenig zur Selbstreflexion bereit.
Wie gehen wir als Mediatoren damit um? Was machen wir, wenn sich die Konfliktparteien in Schuldvorwürfen „verfangen“? Oder was können wir tun, wenn wir selbst als Mediatoren in das Netz der Schuld geraten und uns plötzlich im Täter-Opfer-Helfer-Dreieck bewegen? Diesen und weiteren Fragen will der Workshop nachgehen. Dabei werden konkrete Interventionsmöglichkeiten vorgestellt und diskutiert. Anhand praktischer Beispiele üben die Teilnehmer/innen einzelne Möglichkeiten, mit dem Thema Schuld umzugehen.


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Birgit Keydel, Dr. phil. Ich bin Mediatorin mit den Schwerpunkten Familie und Arbeitswelt. Seit 2000 bilde ich Mediatoren aus, seit 2008 leite ich eine Ausbildung für systemisches Konfliktmanagement. Außerdem begleite ich Teamentwicklungen, arbeite als Coach und Supervisorin (DGSv). Seit 2009 bilde ich auch Coaches aus. Meine konzeptionelle Identität finde ich im systemischen Denkansatz. Meine berufliche Heimat ist der Bundesverband für Mediation (BM), bei dem ich als Mediatorin und Ausbilderin anerkannt bin.